Zukunft des Naturschutzes in Sachsen

Unter diesem Motto stand die Diskussionsrunde mit dem grünen Fraktionsvorsitzenden Wolfram Günther im ehemaligen Vereinsheim in Lichtenstein OT Rödlitz.

Ein Bericht von Gerhard Sonntag, Kreisrat Bündnis90/Die Grünen.

Dabei standen hochaktuelle Themen wie Artenverlust, Erhalt der Biodiversität oder der Flächenfraß im Mittelpunkt des Abends.
Wolfram Günther beschrieb in durchaus drastischen Worten den Ernst der Situation bezüglich des Artenverlustes und damit unserer Lebensgrundlagen. Eine der wesentlichen Ursachen ist aus seiner Sicht eine industrielle Landwirtschaft, die durch großflächige Monokulturen die Struktur der Landschaft zerstört und durch den starken Pestizideinsatz alle vorhandenen Organismen nachhaltig schädigt.

Hier bedarf es eines Umdenkens in der Gesellschaft und auch neuer Strategien der Förderung der Landwirtschaft. Das geht aber nur unter Einbeziehung der Landwirte, denn das Dilemma, in dem wir stecken, haben nicht sie allein zu verantworten, sondern das bisherige Fördersystem verursacht diese Produktionsweisen mit den negativen Folgen nahezu zwangsläufig.

Der Naturschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und kann nicht nur im Ehrenamt bewältigt werden so Wolfram Günther.

Es ist unserer Landtagsfraktion gelungen, in den Verhandlungen zum letzten Doppelhaushalt die Unterstützung der Naturschutzstationen in Sachsen deutlich zu erhöhen. Das hat auch Auswirkungen im Landkreis Zwickau, in dem es seit ca. einem Jahr eine Kreisnaturschutzstation in Neukirchen/Pleiße gibt. Im Gebäude einer Außenstelle fand die Diskussionsveranstaltung statt, denn im Untergeschoss hat die Naturschutzstation Rödlitztal ihr Domizil. Die Besucher hatten am Ende die Gelegenheit einer Besichtigung dieser Station.

Zur Entstehung und den zu bewältigenden Aufgaben der Kreisnaturschutzstation sprach André Oehler, Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes, der Träger dieser Naturschutzstation ist. Gegen zunächst großen Widerstand in der Verwaltung ist es den grünen Kreisräten gelungen, einen Beschluss im Kreistag zur Errichtung und Betrieb einer Kreisnaturschutzstation zu erreichen.

Damit sind jetzt im Landkreis Zwickau gute Grundlagen gelegt, dem Naturschutz einen deutlich höheren Stellenwert zu geben. Trotzdem und auch in Zukunft bedarf es ehrenamtlicher Helfer im Naturschutz, weil die vielen Aufgaben zum Schutz von Flora und Fauna nur so bewältigt werden können.

Natürlich konnten an so einem Abend nicht alle anstehenden Fragen ausdiskutiert werden. Dazu ist die Materie zu komplex. Die ca. 20 Anwesenden haben aber viele anregende und informative Impulse zum Naturschutz erhalten.