22.10.2011 Wanderung in Glauchau

Montag, 7. November 2011

Herrliche Herbstwanderung bei guter Stimmung und magerer Beteiligung! - Chronologie einer Wanderung

Glauchau Bahnhof 22. Oktober 10:10 Uhr:

Start unserer Wanderung bei herrlichem Herbstwetter. Die Verschiebung um 2 Wochen hat sich, zumindest was das Wetter betrifft, gelohnt. Die Beteiligung der über 100 eingeladenen Mitglieder und  Sympathisanten fällt allerdings recht dürftig aus. Ein Teilnehmer hat sich extra ein Namensschild an die Jacke geheftet. Unter der absolut fachkundigen Führung von Dr. Günther Bormann, dem grünen Urgestein aus Glauchau geht es durch die Stadt in Richtung Naturschutzgebiet „Am Rümpfwald“.

Ausgang Carolapark 10:45 Uhr:

Wir treffen auf eine angemeldete Teilnehmerin, die aber das Datum verwechselt hat und erst für morgen die Wanderung geplant hat. Nach kurzer Überlegung schließt sie sich unserer Gruppe spontan an. Inzwischen haben wir eine Menge Informationen über Glauchau erhalten und besonders über den dramatischen Bevölkerungsrückgang seit der Wende 1990 sowie der erfolgreichen Abwahl des Bürgermeisters 2008.

Bismarckturm 11:10 Uhr:

Wir bestaunen den höchsten Bismarckturm Deutschlands. Es ist ein Gemeinschaftswerk der Stadt mit den Wasserwerken und wurde 1910 fertig gestellt. Leider finden im Inneren gerade Renovierungsarbeiten statt, sodass wir nicht hinaufsteigen können.

Nördlicher Rand des Naturschutzgebietes „Am Rümpfwald“ 11:30 Uhr:

Nach dem Marsch durch den Wald begeben wir uns auf eine Lichtung. Die Sonne wärmt uns auf und wir erfahren die Geschichte die Entstehung dieses Naturschutzgebietes.

Günther Bormann berichtet von den Kämpfen und Anstrengungen der Glauchauer Grünen das ehemalige Panzerübungsgelände auf der Glauchauer Gemarkung als Naturschutzgebiet ausweisen zu lassen. Ohne den beharrlichen Einsatz von engagierten Menschen, wäre es niemals dazu gekommen. Es gab ganz andere Planungen z.B. eine Straße durch das Gebiet zu bauen.

Heute erlebt man auf dem 88ha großen Areal Natur pur. Durch die damals entstandene offene Graslandschaft haben sehr viel Arten einen Lebensraum gefunden. Oftmals ist es die letzte Zufluchtsstätte für bedrohte Pflanzen und Tierarten. Unter den 42 Brutvogelarten sind solch selten gewordene wie der Wendehals, der Neuntöter oder der Grauammer.

Gaststätte „Forsthaus“ kurz vor 13:00 Uhr

Ein Glück, dass es das Forsthaus gibt, denn wir sind hungrig und durstig. Ein gutes Essen und ein kühles Bier steigert nochmals unser Wohlbefinden.

Auch der Rückweg in die Stadt führt durch das Naturschutzgebiet. Wir erfahren, dass eine Schafherde zweimal im Jahr für die notwendige Reduzierung des Grases sorgt. Die vielen Tümpel lassen erahnen, dass auch so manche Lurchart hier ihr Zuhause gefunden hat.

Zurück in Glauchau gehen wir über den Friedhof und erfahren Wissenswertes über den kurzen Kampf um Glauchau im April 1945.

 Anschließend besuchen wir noch das „kleinste Museum“ Deutschland. Es ist in einem Schilderhäuschen der ehemaligen Kaserne untergebracht.

Georgenkirche 15:00 Uhr:

Der letzte Höhepunkt an diesem Wandertag ist eine interessante Führung durch die Glauchauer Georgenkirche mit ihrer Silbermannorgel. Auch hier erweist sich Günther Bormann als profunder Kenner der Geschichte und Architektur der Kirche.

Glauchau Bahnhof 16:00 Uhr:

Am Bahnhof endet unsere Herbstwanderung. Glauchau hat allerhand zu bieten und besitzt ein einmaliges Naturschutzgebiet. Es war ein herrlicher Tag.. Keiner hat es bereut mit auf Tour zugehen, aber alle bedauern die geringe Resonanz dieses Angebotes.

Gerhard Sonntag