PM 2010-08: Schöne Bescherung zum Jahreswechsel – Grüne verurteilen Strompreisabzocke der Stadtwerke Werdau GmbH

Zum 01.01.2011 erhöhen die Stadtwerke Werdau GmbH ihre Strompreise um 1,82 Cent/kWh (brutto), nachdem diese bereits am 01.06.2010 um 1,55 Cent/kWh (brutto) erhöht wurden.

Zum 01.01.2011 erhöhen die Stadtwerke Werdau GmbH ihre Strompreise um 1,82 Cent/kWh (brutto), nachdem diese bereits am 01.06.2010 um 1,55 Cent/kWh (brutto) erhöht wurden.

Die Preiserhöhung entspricht in etwa der Erhöhung der Umlage für erneuerbare Energien (EEG-Umlage) ab 2011, von 2,047 Cent/kWh auf 3,53 Cent/kWh, um 1,483 Cent/kWh (Netto) bzw. 1,77 Cent/kWh (Brutto).

„Die Preiserhöhung in dieser Höhe ist sachlich nicht gerechtfertigt", betonte Dr. Martin Böttger von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Zwickau.

„Die Einkaufspreise für Strom sind in den vergangenen zwei Jahren um rund 20 Prozent gesunken. Doch dieser Preisrutsch ist bei den Verbrauchern der Stadtwerke Werdau GmbH nie angekommen. Die Umlage für die Kraftwärmekopplung (KWK-Umlage) verringert sich zudem ab 2011 um 77 Prozent, von 0,13 Cent/kWh auf 0,03 Cent/kWh, also um 0,10 Cent/kWh (Netto) bzw. 0,12 Cent/kWh (Brutto). Auch dies wird offenbar nicht von der Stadtwerke Werdau GmbH an die Kunden weiter gegeben.“

„Ich denke, die Stadtwerke Werdau GmbH missbraucht das Argument der EEG-Umlage, um Preiserhöhungen durchzuführen“, sagt Dr. Martin Böttger. „Die anderen im Landkreis Zwickau ansässigen Energieversorgungsunternehmen lassen ihre Preise zum 01.01.2011 konstant.“

„Heute kann zwar jeder seinen Stromanbieter wechseln und dadurch auch die Strompreiserhöhung vermeiden", sagte Dr. Martin Böttger mit Verweis auf Verbraucherportale im Internet. „Jedoch sozial Schwache mit geringem Einkommen müssen mit dem örtlichen Stromanbieter vorlieb nehmen, da von den Stromanbietern zunehmend Bonitätsprüfungen durchgeführt und SCHUFA-Auskünfte verlangt werden.“


Hintergrund:

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Der höhere Stromanteil aus erneuerbaren Energien wirkt sich dämpfend auf die Großhandelspreise für Strom aus, da sie sukzessive teure Kraftwerke aus dem Markt verdrängen. Es gibt dadurch insgesamt sogar einen Spielraum für Preissenkungen in einer Größenordnung von drei Cent pro Kilowattstunde.

Durchschnittlich 40 Euro pro Monat zahlt ein alleinstehender Arbeitsloser mit einem Jahresverbrauch von 1.500 kWh für Strom ab 2011 in der Grundversorgung bei der Stadtwerke Werdau GmbH. Sein Hartz-IV-Satz für Strom beläuft sich jedoch nur auf rund 29 Euro im Monat. Somit übersteigen die tatsächlich anfallenden Kosten die staatliche Regelleistung im Schnitt um ca. 11 Euro bzw. 38 Prozent.

Selbst bei einem Wechsel in den günstigeren Wahltarif „Single WDA“ der Stadtwerke Werdau GmbH spart der Kunde nur 3 Euro pro Monat gegenüber der Grundversorgung.

Der Hartz-IV-Satz für Wohnung (ohne Mietkosten), Strom etc. beträgt ca. 8 Prozent der Regelleistung; Regelleistung für Alleinstehende, Alleinerziehende sowie Antragsteller, deren Partner minderjährig ist, beläuft sich derzeit auf 359 Euro monatlich (8 Prozent von 359 Euro = 28,72 Euro), Quelle: Bundesagentur für Arbeit