PM 2010-03: Deutsche Bank investiert in Streubomben

Grüne rufen zum Boykott und nachhaltigem Investment auf

 

Grüne rufen zum Boykott und nachhaltigem Investment auf

Nach einem Bericht des ARD Politikmagazins REPORT MAINZ vom 7. Juni 2010 unterhält die Deutsche Bank Geschäftsbeziehungen zu führenden Anbietern und Herstellern von Streumunition. Dem Bericht zufolge machen auch andere deutsche Unternehmen Geschäfte mit Streumunitionslieferanten bzw. -produzenten, darunter die Allianz, die Commerzbank, die WestLB und die Bayern LB.

„Die Förderung von Streumunitionsherstellung und -handel ist in der Bundesrepublik nach Paragraf 18a des Kriegswaffenkontrollgesetzes verboten. Dazu gehört auch jede Art der finanziellen Unterstützung bzw. Beteiligung an der Produktion“, so Dr. Martin Böttger, Sprecher des Kreisverbandes.

Nach Angaben von Handicap International, einer Organisation, die sich für ein Verbot von Landminen und Streubomben einsetzt, gibt es bis heute weltweit etwa 100 000 Opfer von Streumunition. 98 Prozent davon seien Zivilisten, 27 Prozent Kinder.

Der Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ruft deshalb die Bevölkerung zum Boykott gegenüber der Deutschen Bank und den beteiligten deutschen Unternehmen sowie zum nachhaltigen Investment auf.

Viele Finanzdienstleister und Banken bieten mittlerweile viele „ethische Fonds” an, denen es nicht nur um die höchstmögliche Rendite geht, sondern auch um die Berücksichtigung sog. nachhaltiger Kriterien. Diese können ökologisch, sozial, ethisch sowie positiv oder als Ausschlusskriterium formuliert sein. Nachhaltige Kriterien sind z.B. Umweltschutz oder die Einhaltung sozialer Standards in Unternehmen, während Rüstung, Kernenergie, Kinderarbeit oder Pornographie häufig Ausschlusskriterien darstellen.

„Der einzelne Anleger kann über sein Investitionsverhalten Unternehmensentscheidungen und auch die Zusammensetzung von Investmentfonds beeinflussen“, sagt Böttger, weiter “Jeder einzelne kann seine Anlageentscheidung nach ethischen Gesichtspunkten ausrichten.“, und empfiehlt eine Überprüfung vorzunehmen, z.B. über das Internet: http://www.ethisches-investment.info/suche?PHPSESSID=vl3ffeih1ukde26ck2pm6b0340