Glyphosat - Wie gefährlich ist das Ackergift?

"Endlich reden wir mal miteinander als nur übereinander"

Das war die Aussage eines Landwirtes während der gutbesuchten Veranstaltung im Bioladen "Ton und Korn" in Glauchau am 23. Oktober. Besonders erfreulich war die Teilnahme zahlreicher Landwirte aus der Region.

Biologe Tomas Brückmann von der grünen Liga Sachsen brachte eindrucksvoll und anschaulich die Risiken des Ackergiftes Glyphosat in seinem einführenden Vortrag zum Ausdruck. "Nach den heutigen Erkenntnissen führt kein Weg daran vorbei, Glyphosat von den Äckern zu verbannen", so Brückmann als Fazit.

Danach begann eine sehr lebhafte Diskussion. Die Landwirte wissen durchaus um die Probleme mit Glyphosat und versuchen bereits heute den Einsatz zu minimieren. Aber tatsächlich darauf zu verzichten, dass können sie sich derzeit noch nicht vorstellen. Die gesamte industrielle Landwirtschaft, die seit vielen Jahren nur auf Ertragssteigerung fokussiert ist, kann ohne den Einsatz dieses Giftes nicht funktionieren. Denn der Aufwand für die Landwirte wäre ohne Glyphosat weitaus höher und damit die Produkte teurer. Aber diese höheren Preise sind im System nicht vorgesehen.

Der agrarpolitische Sprecher und gleichzeitig Fraktionsvorsitzender der grünen Landtagsfraktion, Wolfram Günther, ging in seinen Statments genau auf diese Problematik ein. "Es gilt sich darauf vorzubereiten, dass Glyphosat eines Tages nicht mehr verwendet werden darf." Aber damit dürfen die Landwirte nicht allein gelassen werden. Die Gesellschaft als Ganzes ist gefordert hier gemeinsam mit den Landwirten Lösungen zu entwickeln, die zum einen den Einsatz des gefährlichen Ackergifts beenden aber andererseits die Existenz der Landwirte sichern.

Am Ende waren sich die Beteiligten durchaus in vielen Punkten nicht einig. Aber einhellig waren alle der Meinung, dass Gespräche genau in solchen Formaten durchaus lohneswert sind, um die Positionen der Gegenseite zu verstehen und die damit verbundenen Probleme zu erkennen. Bündnisgrüne und Landwirte sollten sich nicht nur "angiften" sondern mehr miteinander reden.